Familie: Birkengewächse (Betulaceae)

Frucht: Nuss, geflügelt

Alter: bis zu 120 Jahre

Höhe: bis 40 Meter

Durchmesser (Stamm): bis zu 1 Meter

Rinde: die Rinde ist dunkelgrau bis schwarzbraun und besitzt längliche Risse.

Holz: Erle gehört zu den wertvollsten Laubhölzern. Das Holz ist weißlich bis rötlich, verfärbt sich aber durch Oxidation gelbrot, wobei die Jahresringe mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Erle ist weich und elastisch bei mittelschwerem Gewicht. Durch diese Eigenschaften und sein edles Aussehen eignet sich Erle besonders für feine Arbeiten und die Möbelherstellung im Innenbereich.

Kein einheimischer Baum kann besser an nassen Standorten und nahe Gewässern gedeihen als die Erle. Als Pionierbaumart haben Erlen einen hohen Lichtbedarf und schnelles Wachstum.
Mythologie: Die Erle kommt schon im fünften Gesang in Homers Odyssee vor. Odysseus gelangt auf seinen Irrfahrt zur Insel Ogygia, auf der unter anderem auch die Erle wächst. Im Volksglauben gilt die Erle außerdem seit jeher als unheimlich, weil sie beim Fällen "blutet" und an unwegsamen und gefährlichen Standorten wächst. Die Ehrfurcht vor diesem Baum zeigt sich auch in der allseits bekannten Ballade "Der Erlkönig" von Goethe. 

Verwendung früher: Erlenholz wurde bereits vor 4.000 Jahren für Pfahlbauten genutzt. Auch Venedig und Amsterdam stehen zum Teil auf Erlenstämmen. Später folgten Holzschuhe, Koffer, Brunnentröge, Schleusentore Schubkästen und Nähmaschinen aus Erle. Bestandteile der Erle galten in einigen Teilen Europas als Heilmittel.

Verwendung heute: Erlenholz wird als Massivholz in der Möbeltischlerei und für Drechlser- und Schnitzarbeiten verwendet. Außerdem liefert die Erle wegen ihres ausgezeichneten Stehvermögens ein hochwertiges Blindholz für Möbel und Innenausbauten. Ferner wird Erlenholz für die Herstellung Spezial-Holzkohlen als auch für Uhrengehäuse, Modelltischlerei, Haushaltsgeräte und Instrumente verwendet.